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hier : Ostpreußen, Westpreußen und Graudenz |
![]() Familie Rietz in Graudenz ca. 1916 |
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![]() Wappen Ostpreußen (ohne Schwertarm) |
![]() Wappen Westpreußen (mit Schwertarm) |
Ostpreußen mit der
Hauptstadt Königsberg war das nordöstlichste Land
des Deutschen Reiches und hatte 1939 eine Fläche von
36.996 qkm und 2,5 Millionen Einwohner. |
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Geschichte der Region Ostpreußen und Westpreußen
Durch seine Bernsteinfunde war Preußen schon den handeltreibenden Völkern der Antike bekannt.
Die Vorgeschichte des alten Preußenlandes liegt weitgehend im Dunkeln. Sicher wissen wir, daß sich in den Jahrhunderten vor und nach Christi Geburt im unteren Weichselgebiet, nach Osten bis etwa zur Passarge (einem Fluß, entspringt südlich von Allenstein, mündet ins Frische Haff), Goten und im Süden Ostpreußens, in der Gegend von Neidenburg/Soldau, Vandalen ausgebreitet hatten.
Diese germanischen Stämme zogen dann aber in der Zeit der großen Völkerwanderungen allmählich (etwa 200 n.Chr.) nach Süden ab. Im übrigen Ostpreußen saß um diese Zeit ein Volk, das der baltischen Volksgruppe, einem Zweig der indogermanischen Sprach- und Völkergemeinschaft, angehörte. Die baltische Volksgruppe begann sich später in Völker und Stämme zu gliedern, so in Litauer, Letten, Kuren und die Prußen, die im späteren Ostpreußen wohnten. Diese Stämme wurden von Völkerwanderung nicht erfaßt, breiteten sich jedoch nach Westen hin zur Weichsel aus, nachdem die germanischen Stämme von dort abgezogen waren.
Das prußische Volk von Bauern und Jägern wird in alten Schriften als arbeitsam, friedlich und gastfreundlich geschildert. Sie wußten sich jedoch auch ihrer Haut zu wehren. Der baltische Raum wurde von der deutschen Missions- und Kolonisationsbewegung des Mittelalters erfaßt. Schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde von Bremen aus ein Kreuzzug zur Unterwerfung und zur Christianisierung Livlands (heute der Norden Lettlands und der Südteil Estlands) unternommen.
Der ansässige Stamm der Pruzzen wiedersetzte sich erfolgreich der Christianisierung durch Wojtjech, genannt Aldalbert von Prag (gest. 3.04.997) bei Truso; bis der Piastenherzog Konrad von Masovien 1226 den Deutschen Orden rief, der von Kaiser Friedrich II. das Kulmer Land als Lehen empfing und die Reichsfürstenwürde in Preußen erhielt. Später wurde der Orden der Schwertbrüder (nach ihren Abzeichen auf dem Mantel - rotes Kreuz und rotes Schwert auf weißem Grund - so benannt) zum Träger der Christenmission und Kolonisation. Er schloß sich 1236, nach einer Niederlage gegen die Litauer, dem Deutschen Orden an, der Preußen (das spätere Ostpreußen) erobert und dort einen Ordensstaat errichtet hatte. Seit 1346 umfaßte der livländische Ordensstaat den gesamten Siedlungsbereich der Esten und Letten.
Das Ordensgebiet 1212 ![]() |
Der livländische Ordensstaat um 1350 ![]() |
1466 mußte der Deutsche Orden das Culmer Land und Pomerellen mit den Städten Danzig, Thorn, Elbing, Marienburg (Westpr.) sowie das Bistum Ermland an Polen abtreten, mit dem diese Gebiete bis 1569 nur in Personalunion verbunden waren. |
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Aus dem ehemaligen Herzogtum
Preußen ( |
Nach ihrer Annexion durch das
Königreich Preußen |
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Nach dem Siebenjährigen Krieg nahm die Landwirtschaft in Ostpreußen einen starken Aufschwung (Getreideexporte), die Universität Königsberg (Kant) erlebte ein hohe Blüte. 1812/13 begann in Ostpreußen unter Yorks Führung der Freiheitskampf gegen Napoleon. 1815 entstand die Provinz Ostpreußen, die 1824/78 mit Westpreußen zur Provint Preußen vereinigt wurde.
Im Vertrag von Versailles mußte das Gebiet um Soldau an Polen, das Memelgebiet an die Alliierten abgetreten werden. Bei der Abstimmung im Bezirk Allenstein wurde dieser dem Reich erhalten. Das durch den polnischen Korridor vom Reich getrennte restliche Westpreußen rechts der Weichsel wurde mit Ostpreußen zusammengelegt.
1815 wurde aus diesen Gebieten
(außer dem Ostpreußen eingegliederten Ermland,
aber einschl. der Kreise Marienwerder und Rosenberg) die
Provinz Westpreußen (mit den Reg.-Bez. Danzig und
Marienwerder) gebildet, die 1824/29 mit Ostpreußen zur
Provinz Preußen verschmolz, 1878 jedoch wieder
selbständig wurde. |
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Im 2.Weltkrieg kam es nach dem Einbruch der
Russen in Ostpreußen im Oktober 1944 zu einer furchbaren
Katastrophe, weil die Evakuierung der Zivilbevölkerung vom
Gauleiter nicht rechtzeitig zugelassen wurde und Ostpreußen
(Kessel zwischen Braunsberg, Heiligenbeil und Königsberg bis zur
westlichen Samlandküste) vom übrigen Deutschland
abgeschnitten war, so daß Hundertausende von Zivilpersonen
eingeschlossen wurden oder über das Eis des Frischen Haffs zu
fliehen versuchten.
(zu den Erfolgreichen gehörte auch Frieda Helene Rietz)
Die Zahl der Todesopfer wird mit 614.000 angegeben.
Auf der Potsdamer Konferenz wurde Ostpreußen bis zum Friedensvertrag in einen sowjetischen. und einen polnischen Verwaltungsbezirk geteilt. Die deutsche Bevölkerung wurde zurückgehalten, verschleppt, vertrieben; bis 1947 fanden 1,93 Millionen ostpreußische Flüchtlinge in Mittel- und Westdeutschland Aufnahme. |
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Graudenz in
Westpreußen - die Herkunft der Familie Rietz
Graudenz liegt am rechten Weichselufer, im Gebiet von Weichselpommern
Vor einigen Jahren feierte Graudenz den 700.
Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte, jedoch stammen die
ältesten Belege über die Stadt Graudenz aus der Zeit der
ersten Piasten, die auf Missionstätigkeietn in Preußen
unterwegs waren. Im Jahre 1218 übergab Fürst Konrad
Mazowiecki u.a. Graudenz an den Bischof Chrystian, als einer seiner
Sitze. Die Christianisierung Preußens misslang, so gelangte
Graudenz bis zum 11. Toruner Frieden, d.h. bis zum Jahre 1466, unter
die Herrschaft des Deutschritterordens. Danach befand sich Graudenz
wieder in den Grenzen Polens, wurde dann Sitz des preußischen
Landtages, der Ständetage, sowie später der Generaltage,
und all dies aufgrund der zentralen Lage in
Königpreußen.
Im darauffolgenden langjährigen Frieden, entwickelte sich die
Stadt weiterhin unaufhaltbar. Im 17. Jahrhundert jedoch, als der
Staat ständig Kriege führte, wurde auch Graudenz von der
"schwedischen Sintflut" nicht verschont, so hielt sich der
schwedische König Karl Gustav längere Zeit in Graudenz
auf.
1659 wurde die Stadt unter der Führung von Jerzy Lubomirski
befreit, jedoch war sie stark zerstört.
Die darauffolgende Zeit ging als "Grudziadzer Barock" in die
Geschichte ein, da in dieser Zeit viele wunderschöne
Gebäude erbaut wurden, wie z.B. der Hauptaltar der
Nikolauskirche, der Seitenflügel des Benediktinernonnenklosters,
der Abtisennenpalast, sowie die prächtige Ausstattung der
Jesuitenkirche. Aus der Zeit unter Preußen stammt die
Zitadelle, das wahrscheinlich schönste Gebäude in
Grudziadz, sie wurde unter Friedrich II. erbaut.
Weiterhin ging die wirtschaftliche Entwicklung voran, so daß
damals das Gaswerk und das Kraftwerk entstanden, sowie im 19.
Jahrhundert Wasserleitungen und Straßenbahnlinien. Die
Entstehung eines Eisenbahnknotenpunktes, der Bau einer festen
Weichselbrücke, ein gut entwickeltes Handelssystem, sowie
moderne Kreditinstitutionen unterstrichen das Bild des modernen
Grudziadz. Im Zeitraum von 1880-1905 verdoppelte sich die
Einwohnerzahl.
Am 23. Januar 1920, befand sich Grudziadz wieder in den Grenzen der
Republik von Polen und hier setzt die Glanzzeit dieser Stadt ein, so
galt Grudziadz viele Jahre lang in der Zwischenkriegszeit als die
wirtschaftliche Hauptstadt der pommerschen Wojwodschaft, durch ein
immenses Wirtschaftspotential und wichtige Wirtschaftsinstitutionen,
Kultur- und Bildungszentren.
IAm 3. September 1939 marschierten die deutschen Truppen in Grudziadz
ein, wo nach dem 6jährigen Krieg 1945 über 60% von
Grudziadz zerstört war.
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Heinrich Schmidt
heinrichschmidt@
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